artists & participants

John ArmlederJohn BaldessariErwin BohatschHartmut BöhmHerbert BrandlRafal BujnowskiDaniel BurenMichael ButheJohn ChamberlainAlan CharltonJosef DannerGerard DeschampsErik DietmanHans Joachim DietrichJim DineNoel DollaPiero DorazioHeinrich DunstChristian EckartChristian EisenbergerAndreas ErikssonHelmut FederleThomas FeuersteinTone FinkDan FlavinBernard FrizeAdolf FrohnerRainer FuchsJakob GasteigerGeoffrey HendricksChristian HutzingerThomas JocherDonald JuddMichael KienzerFriedrich KieslerYves KleinImi KnoebelStanislav KolibalJiri KovandaBertrand Lavier Lee UfanMorris LouisPeter LoweKarel MalichRobert MangoldBrice MardenJoseph MarioniDora MaurerFrançois MorelletRobert MorrisOtto MuehlHermann NitschKenneth NolandOswald OberhuberJules OlitskiPino PascaliJackson PollockLarry PoonsArnulf RainerRobert RauschenbergDavid ReedThomas ReinholdAndreas Reiter RaabeGerhard RichterGerwald RockenschaubDieter RothNiki de Saint PhalleKarin SanderHubert ScheiblAdrian SchiessAlfons SchillingFlorian SchmidtBernard SchultzeRudolf SchwarzkoglerPierre SoulagesDaniel SpoerriRudi StanzelHenryk StazewskiFrank StellaChristian StockJessica StockholderJorrit TornquistNiele ToroniRosemarie TrockelCy TwomblyGünter UmbergWalter VopavaWolf VostellMax WeilerLois WeinbergerFranz WestKlaus Dieter ZimmerOtto ZitkoHeimo ZobernigLeo ZogmayerChristina Zurfluh 

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Die Ausstellung widmet sich der Geschichte der Malerei seit den 1950er Jahren und vertieft auf Basis der eigenen Sammlung vor allem die Aspekte selbstreflexiver, autonomer Malerei von der Monochromie über das All- Over Prinzip bis zum zufallsgenerierten Bild. Nahezu 200 Werke veranschaulichen eine Malerei, die von einer Krise traditioneller Malereiund Bildvorstellungen und den Versuchen ihrer Überwindung zeugen. Ausgehend von bereits historischen Positionen wird ein Bogen bis in die Gegenwart gespannt, und der quantitativ und qualitativ eindrucksvolle österreichische Beitrag zu diesen Entwicklungen herausgearbeitet.

Die in der Moderne zentral angelegten Tendenzen der Selbstreflexion des Mediums standen schon im Frühjahr mit der Präsentation der Daimler Sammlung in „Bilder über Bilder“ im Fokus und erfahren in „Malerei: Prozess und Expansion“ eine Neuinterpretation und Gewichtung: Die Reduktion auf fundamentale Malvorgänge einerseits und dessen Erweiterung und Auflösung in skulpturale bzw. räumliche malerische Strategien andererseits stehen dabei im Vordergrund. Mit der Präsentation setzt das MUMOK eine Programmlinie fort, die den Malereidiskurs wiederbelebt und aktualisiert. Im Herbst des Jahres rundet die Ausstellung „Hyper Real“ den Schwerpunkt ab, und stellt eine in den USA beheimatete, an die realistische Tradition der Malerei anknüpfende Strömung umfassend vor.

Selbstdarstellung der Malerei Die Bildgestaltung aus den fundamentalen Eigenschaften und Reaktionsweisen der Farben zu entwickeln, anstatt aus narrativen oder kompositionellen Vorstellungen zu schöpfen, gehört zu den unterschiedlichen Versuchen und Strategien prozessualer Malerei. Durch An- und Zumalen, Zuspachteln, Drippen, Spritzen, Eintauchen, Anschütten etc. entstehen kreativ gelenkte Selbstdarstellungen von Malerei, in denen die Konsistenz der Farbe in ihrem Verhältnis zur Schwerkraft und zur Beschaffenheit des Bildträgers sichtbar wird. Das Ergebnis solcher Prozesse in reinster und reduziertester Form sind Monochromien wie die von Yves Klein oder musterartige All-Over-Strukturen wie Jackson Pollocks „Drip Paintings“. Die gestischprozessuale Malerei des Informel bereitete Ansätze vor, wurde aber selbst zunehmend akademisch und damit zum Feindbild der Revolutionäre unter den Malern. In der Darstellung ihrer Grundlagen spiegelt sich auch der Glaube an eine höhere Wahrhaftigkeit durch Selbstentäußerung der Malerei, sowie der Zweifel an der Möglichkeit originärer Setzungen durch autonome Künstlerindividuen. In den 1950er und 1960er Jahren als finale Akte, radikale Setzungen und Erfindungen gedacht, haben sich diese historischen Ansätze und Techniken letztlich als Potenziale für nachfolgende Generationen erwiesen.

In dem, der prozessualen Malerei gewidmeten Teil der Ausstellung wird ausgehend von Jackson Pollock, Yves Klein, Morris Louis, Arnulf Rainer, Hermann Nitsch und Max Weiler ein dichtes Spektrum unterschiedlichster, individueller Ausformungen des Phänomens bis heute ausgebreitet. Unter anderem finden sich darin Positionen von Joseph Marioni, David Reed und Bernard Frize. Die Auswahl beschränkt sich im engeren Sinn auf bildbezogene Malerei und deutet die zahlreichen Überlappungen mit anderen, verwandten zeitgenössischen Ansätzen an, wie sie vor allem in Material- oder Strukturbildern zu finden sind. In ihrem aktuellen Teil wird die Ausstellung durch Leihgaben österreichischer Künstler wie Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Jakob Gasteiger, Hubert Scheibl, Thomas Reinhold, Andreas Reiter Raabe oder Walter Vopava ergänzt. Sie dokumentieren die Breite und Intensität dieses Diskurses in der österreichischen Kunst.

Die Befreiung der Bildoberfläche Der zweite Teil der Ausstellung verfolgt die ab den 1950er und 1960er Jahren einsetzende Entgrenzung von Bild und Malerei durch Einbindung realer Objekte und durch räumlich-installative Anbindungen. In der Pop Art, dem Nouveau Réalisme, dem Fluxus, dem Wiener Aktionismus, der Arte Povera, der Minimal Art und der geometrischen Abstraktion im ehemaligen Ostblock zeigten sich unterschiedliche Formen von Realitätsund Raumbezügen, die gegen die bildfixierte Malerei aufgeboten wurden. Während in Amerika und in Westeuropa um 1960 die Realität in Form von Gegenstandzitaten oder raumgreifenden Gestaltungsweisen ins Werk integriert wurde, waren es im osteuropäischen Bereich vor allem geometrische Verräumlichungen des Bildes, die in der Kunst die politische Liberalisierung nach dem Sturz des stalinistischen Regimes in den sogenannten „sanften Diktaturen“ widerspiegeln. Die Kritik am historischen Bild- und Kompositionsbegriff führte generell auch zu einer Neubestimmung von Malerei und Bild in ihrem Verhältnis zum Betrachter. Statt der Konfrontation von Werk und Betrachter wurde eine Integration des Betrachters ins Werk angestrebt. Diese Umbrüche in der Malerei der 1960er und 1970er Jahre wurden zur historischen Grundlage für jene KünstlerInnen, die ab den späten 1980er Jahren nach dem Ende der neofigurativen und —narrativen „neuen Malerei“ zeitgemäße Formen der Malerei schufen. Dabei entstanden neue Verbindungen zwischen Bild und Alltagsobjekten, mit denen auch der Begriff und die Techniken der Malerei erweitert wurden.

Der Bogen der gezeigten „expansiven“ Werke spannt sich von bereits historischen Positionen der 1960er und 1970er Jahre — unter anderen mit Pino Pascali, Daniel Spoerri, Otto Mühl, Oswald Oberhuber, Robert Rauschenberg, John Chamberlain, Frank Stella, Robert Morris, Donald Judd, Karel Malich, Henryk Stazewski — bis in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart mit VertreterInnen wie Imi Knöbel, Heinrich Dunst, Gerwald Rockenschaub, Adrian Schiess, Jessica Stockholder, Bertrand Lavier, Michael Kienzer, Christian Hutzinger, Klaus Dieter Zimmer, John Armleder, Jirí Kovanda, Rosemarie Trockel, Heimo Zobernig.

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Malerei: Prozess und Expansion
Von den 1950er Jahren bis heute
Kuratoren: Edelbert Köb, Rainer Fuchs

Künstler: John Armleder, John Baldessari, Erwin Bohatsch, Hartmut Böhm, Herbert Brandl, Rafal Bujnowski, Daniel Buren, Michael Buthe, John Chamberlain, Alan Charlton, Josef Danner,Gerard Deschamps, Erik Dietman, Hans Joachim Dietrich, Jim Dine, Noel Dolla, Piero Dorazio, Heinrich Dunst, Christian Eckart, Christian Eisenberger, Andreas Eriksson, Helmut Federle, Thomas Feuerstein,Tone Fink, Dan Flavin, Bernard Frize, Adolf Frohner, Jakob Gasteiger, Geoffrey Hendricks, Christian Hutzinger, Thomas Jocher, György Jovanovic, Donald Judd, Michael Kienzer, Friedrich Kiesler, Yves Klein, Imi Knoebel, Stanislav Kolibal, Dezsö Korniss, Jiri Kovanda, Bertrand Lavier, Morris Louis, Peter Lowe, Karel Malich, Robert Mangold, Brice Marden, Joseph Marioni, Dora Maurer, François Morellet, Robert Morris, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Kenneth Noland, Oswald Oberhuber, Jules Olitski, Pino Pascali,Jackson Pollock, Larry Poons, Arnulf Rainer, Robert Rauschenberg, David Reed, Thomas Reinhold, Andreas Reiter Raabe, Gerhard Richter, Gerwald Rockenschaub, Dieter Roth, Niki de Saint Phalle, Karin Sander, Hubert Scheibl, Adrian Schiess, Alfons Schilling, Florian Schmidt, Bernard Schultze, Rudolf Schwarzkogler, Pierre Soulages, Daniel Spoerri, Rudi Stanzel, Henryk Stazewski, Frank Stella, Christian Stock, Jessica Stockholder, Jorrit Tornquist, Niele Toroni, Rosemarie Trockel, Cy Twombly, Lee Ufan, Günter Umberg, Walter Vopava, Wolf Vostell, Max Weiler, Lois Weinberger, Franz West, Klaus Dieter Zimmer, Otto Zitko, Heimo Zobernig, Leo Zogmayer, Christina Zurfluh