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Glas – es ist einer der ältesten und rätselhaftesten Werkstoffe der Menschheit. Tatsächlich gelten seine Struktur und sein atomarer Aufbau bis heute als nicht restlos geklärt. So nimmt es kaum Wunder, dass die Faszination für dieses geheimnisvolle Material, das sich wie kein zweites in die ungewöhnlichsten Formen bringen lässt, die Menschen seit der Erfindung der ersten Herstellungsverfahren vor mehr als 3600 Jahren in Mesopotamien und Ägypten nicht mehr los ließ.

Die illusionistische Darstellung des Durchsichtigen, des kaum Vorhandenen eignete sich seit der Malerei der Neuzeit wie kein anderes Motiv zur Beweisführung höchsten malerischen Könnens. So haben die Transparenz und scheinbare ‚Un-Gegenständlichkeit‘ des gläsernen Gegenstandes, seine gegensätzlichen Eigenschaften der Zerbrechlichkeit und gleichzeitigen Härte, seine Fähigkeit Licht zu bündeln, Reflexe hervorzurufen und die Welt im Mikrokosmos zu spiegeln, Künstler zu allen Zeiten zu malerischen Hochleistungen angespornt.

Inspiriert durch die international bedeutsame Glassammlung des Hauses, das Glasmuseum Hentrich, stellt die Ausstellung „Zerbrechliche Schönheit“ das fragile, transparente Material als epochenübergreifende Inspirationsquelle künstlerischer Ideen in den Mittelpunkt. In der Tat war etwa Peter Paul Rubens von der Beschaffenheit gläserner Gegenstände genauso fasziniert wie Gerhard Richter von der Reflexion gläserner Scheiben, und so widmet sich die Ausstellung neben der Meisterschaft des Malens auch dem künstlerischen Einsatz des Werkstoffs Glas. Sie geht der Frage nach, auf welche Art und Weise Glas in der Kunst thematisiert und mit welchen künstlerischen Mitteln und Methoden dies zum Ausdruck gebracht wurde. Zusätzlich verrät die Gestaltung des Stoffes und seine Nutzanwendung viel über das Sein des Menschen, sowohl über seine Tischkultur, die Rituale des Alltags, die Festgebräuche und sakralen Zeremonien als auch über seine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit und dem Tod. Glas wird auf diese Weise zum Träger für Symbolhaftes und fungiert als Code für Denk- und Wahrnehmungsweisen.

Die Ausstellung wird Schlüsselwerke aus großen, internationalen Museen und Privatsammlungen zeigent, die durch Werke aus der eigenen Sammlung ergänzt werden, so dass etwa 150 Meisterwerke der Malerei und Grafik von der Renaissance bis heute, aber auch Objektkunst, Installationen und Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts präsentiert werden. Unter anderem werden Tafelbilder aus der frühen Neuzeit sowie Werke der Stillleben- und Genremalerei des 17. bis 19. Jahrhunderts (u. a. von Pieter Claesz., Willem Kalf) bis zu der subtilen Peinture von Claude Monet zu sehen sein. Arbeiten von August Macke oder Amédée Ozenfant, die sich mit der Auflösung der Form und der Materialität des Glases beschäftigen, stehen Werken von László Moholy-Nagy, El Lissitzky und Marcel Duchamp gegenüber.

Ein gesonderter Bereich der Ausstellung ist dem Einsatz von Glas in der Architektur gewidmet. Die Ausstellung schließt mit Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts, die u. a. von der Hans Haacke, Mario Merz, Louise Bourgeois, Tony Cragg sowie von Künstlern der jüngeren Generation, z.B. Pipilotti Rist, Kris Vleeshouwer oder Ulrike Möschel vertreten werden.

Zu der Ausstellung, die von Beat Wismer in Zusammenarbeit mit den Kuratoren des museum kunst palast konzipiert wurde, erscheint im Hatje Cantz Verlag ein Katalog mit Beiträgen von Bettina Baumgärtel, Klaus Grimm, Anja Kregeloh, Bernd Nicolai, Helmut Ricke, Stephan von Wiese und Beat Wismer.