25. Feb 2005

Kommentar von Roger M. Buergel zur Ausstellung DIE REGIERUNG   24.02.05 - 24.04.05 Die Regierung - Wiener Secession, Wien

Lothar Frangenberg stellte für kunstaspekte die folgenden Fragen zur Rolle des Publikums: Die Ausstellung hat mehrere Stationen durchlaufen und entsprechende Änderungen erfahren. Was verstehen Sie als KuratorInnen nach Ihren Erfahrungen damit unter der von Ihnen gewollten Interaktion des Publikums in der Ausstellung? Inwieweit lassen sich die "Handlungsräume" des Publikums vom Fokus des Rezipierens hin zum Agieren verschieben?

Roger M. Buergel: Die Ausstellung hat jeweils eine lange Vorbereitungszeit, die Teile des Publikums involviert. In Lüneburg waren das die Studentinnen und Studenten; in Barcelona Stadtteilinitiativen, Leute aus sozialen Bewegungen (die in Katalonien sehr stark sind), und andere Gruppen. In Wien arbeiten wir mit Schülerinnen und Schülern aus drei Schulen, die andere Schülerinnen und Schüler oder unorganisierte Interessierte führen. Aus kuratorischer Sicht ist entscheidend, dass all diese Aktivitäten das ursprüngliche Konzept der Ausstellung durcharbeiten und verändern, so dass das Resultat am Ende (das ist wenigstens die Hoffnung) durchlässiger, aber auch differenzierter ist. Kurz, die Vermittlung ist in die Form der Ausstellung (als Medium) eingebaut; sie beginnt nicht am Tag der Eröffnung.