09. Jul 2005

Kommentar von Dr. Vanessa Joan Müller zur Ausstellung Populism 11.05.05 - 04.09.05 Kunstverein Frankfurt

kunstaspekte: Wie ist es Ihnen nach Ihren bisherigen Erfahrungen mit der laufenden Ausstellung gelungen, das kuratorische Konzept umzusetzen? Wie sind Sie der Gefahr begegnet, dass die künstlerischen Arbeiten zu sehr als "Dia" für gedankliche und theoretische Diskussionen und Exkurse dienen müssen? Was leistet hier in Ihrer Einschätzung die künstlerische Arbeit über Ihre Individualität hinaus in Hinsicht auf ihre kunstspezifische "Anschaulichkeit"?

Dr. Vanessa Joan Müller, Kunstverein Frankfurt: Die Werke der Ausstellung sind zum großen Teil keine Illustration verschiedener zeitgenössischer Populismen, sondern sprechen selbst die Sprache des Populären, die sie kritisieren. Wie Jan Verwoert in der aktuellen Ausgabe von "Springerin" schreibt, "vollzieht »Populism« eine bezeichnende Verschiebung im Feld künstlerischer Praxis nach, insofern die Ausstellung dem Umstand Rechnung trägt, dass eine wachsende Zahl international agierender KünstlerInnen heute Repräsentationskritik weniger ... als distanzierte kategorische Untersuchung verstehen, sondern eher als immersive und performative Praxis betreiben und sich dabei sehr weit auf populäre Produktionsformen und -ästhetiken einlassen." Die vermeintliche "Anschaulichkeit" der künstlerischen Arbeiten resultiert insofern aus den ihnen zugrunde liegenden künstlerischen Strategien. Dass diese sehr unterschiedlich ausfallen können, da in der Ausstellung ein sehr breites Spektrum populistischer Rhetoriken wie Themen angesprochen wird, versteht sich von selbst.
  

Die Frage stellte Lothar Frangenberg für kunstaspekte.

11.05.05 - 04.09.05  Populism Kunstverein Frankfurt