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Marlene Dumas (geb. 1953) gehört zu den wichtigsten, weltweit renommierten Künstlerinnen, die in den letzten beiden Jahrzehnten wesentliche Impulse im internationalen Kunstgeschehen gesetzt hat. Die geborene Südafrikanerin hat sich in ihrem vitalen bildnerischen Schaffen mit großer Leidenschaft immer wieder Grundbedingungen des Menschlichen im Bezugsrahmen von Sexualität, Geburt, Tod und Geschlechterverhältnis gewidmet.

Das Gros der über 250 Ölgemälde, Gouachen und Aquarelle stammt dabei aus der Sammlung Garnatz (Städtische Galerie Karlsruhe) und wird durch Leihgaben aus ganz Europa ergänzt. Die aktuellsten Arbeiten kommen direkt von der Biennale in Venedig sowie aus dem Privatbesitz der Künstlerin.

Bereits im Frühjahr 2003 war die Kunst von Marlene Dumas im Rahmen der Ausstellung „(In Search of) The perfect Lover“, in Kooperation mit der Sammlung Hauser und Wirth, schon einmal in der Staatlichen Kunsthalle zu sehen.

Ausgehend von frühen Zeichnungen, Skizzenbüchern und Materialcollagen ermöglicht die Staatliche Kunsthalle in einer großen Einzelausstellung einen umfassenden Einblick in das künstlerische Spektrum der in Amsterdam lebenden Künstlerin von den 1970er Jahren bis heute. Bereits in den nie zuvor ausgestellten Arbeiten aus Dumas’ Studienzeit werden Potenzial, Themen und künstlerische Mittel deutlich, die die Künstlerin heute zur international gefeierten „Malerfürstin“ werden lassen.

Die Ausstellung präsentiert erstmals in diesem Umfang die einzigartigen Aquarelle von Marlene Dumas. In der Werkgruppe „Female“ beispielsweise untersucht sie in 211 Zeichnungen die Darstellbarkeit des Weiblichen. „Ich bewundere nicht nur einen Typ Frau – ich liebe viele Typen von Frauen. Aber es geht nicht nur darum zu versuchen, unterschiedliche vorhandene Frauenbilder zu interpretieren, es geht genauso um die Lust, Wesen zu schaffen, die im realen Leben nicht existieren. Es geht um die Freude am Vertrauten, das immer unbekannt bleibt“ (Marlene Dumas).

Marlene Dumas sensibilisiert unsere Wahrnehmung und setzt damit der fotografischen Typisierung und Vereinheitlichung der menschlichen Erscheinung in den Massenmedien künstlerische Präzision entgegen. Sie schildert ihre Themen nicht als besser wissende Kommentatorin des menschlichen Daseins, sondern entwickelt ihre Zeichnungen nahe am vieldeutig Unbenennbaren. Dabei weiß sie durch subtile farbige Nuancen der Haut des Papiers die sinnliche Gegenwart menschlicher leiblicher Präsenz zu entlocken.

Die von der Staatlichen Kunsthalle in enger Zusammenarbeit mit Marlene Dumas entwickelte Ausstellung ist eine Kooperation mit der Kunsthalle Helsinki und dem Nordischen Aquarellmuseum in Schweden. Die Ausstellung wird maßgeblich gefördert von der Mondriaan Stiftung, Amsterdam. Zur Ausstellung erscheint im Snoeck Verlag der reich illustrierte Katalog „Marlene Dumas – Female“ mit Texten (dt./engl.) von Oliver Kornhoff, Matthias Winzen und Maija Tanninen-Mattila, 160 Seiten mit durchgängig farbigen Abbildungen, ISBN 3-936859-32-9.

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Marlene Dumas - FEMALE