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Alle Zeit der Welt – so lautet der Titel der Eröffnungs­ausstellung der Kunsthalle Mainz. Er ist durchaus programmatisch zu sehen, denn ohne die Beharrlichkeit der Initiatoren wäre dieser Ort für Gegenwartskunst, dessen Errichtung lange schon anstand, kaum denkbar. Außerdem wird es künftig um das Beharren auf diesem Ort ­gehen und darum, ihn dauerhaft mit Leben, Neugier, Staunen und Erkenntnissen zu füllen. Alle sind ein­ge­la­den, die Kunsthalle Mainz als Angebot und Chance zu nutzen.

Die Gruppenausstellung stellt zehn Künstlerinnen ­und Künstler vor, in deren Werken die Erfahrung der Zeit eine zentrale Rolle einnimmt. In allen Sparten der Kunst ­haben Künstler immer wieder Langzeitprojekte verfolgt. Manche entwickeln daraus Lebensprojekte oder solche, die dazu bestimmt sind, die eigene Existenz gar um Jahrhunderte zu überdauern. Solche Arbeiten eröffnen eine besondere Wahrnehmung für das Verstreichen der Zeit. Sie kreisen um die großen und kleinen Fragen nach Sinn und Dauer der Existenz. Viele der Ansätze gewinnen Modellcharakter in dem Moment, in dem sie alternative gesellschaftliche Haltungen entwerfen und die Frage, wann Zeit sinnvoll gefüllt ist, neu stellen. Alle Zeit der Welt zeigt exemplarisch zehn Langzeitprojekte unterschiedlicher Ausprägung. Einige sind abgeschlossen, andere sind Teil des gesamten künstlerischen Werkes und dauern noch an – teilweise schon Jahrzehnte. Es soll darum gehen, die emotionale und mentale Spannweite der hier gezeigten künstlerischen Arbeits- und Blick­weisen erfahrbar zu machen.

Der in Berlin lebende Künstler Jens Risch (1973) widmet sich täglich mehrere Stunden einem eintausend Meter langen Seidenfaden, bei dem er Knoten an Knoten setzt. Er wird so lange knoten – etwa vier Jahre –, bis ­kein ­Knoten mehr möglich ist und ein tennisballgroßes, kompaktes Gebilde entsteht – ein aufs Äußerste verdichteter Klumpen Zeit. Die am Ende erlangte Form wird schließlich auch zu einem Sinnbild für eine alter­native Strukturierung von Lebenszeit als Ausdruck einer gesellschaftlichen Haltung. Von Risch ist das Seidentück II (seit 2002) zu sehen, das bisher einmal komplett durchgeknotet ist. Den Fortgang der zweiten Knotung kann der Besucher in der Ausstellung abschreiten. Im selben Raum begegnet man den Arbeiten des amerikanischen Fotografen Nicholas Nixon (1947), der seit 1975 jedes Jahr vier Schwestern fotografiert – The Brown Sisters. In den Schwarz-Weiß-Fotografien blicken die vier zu ­Beginn jungen und dann allmählich alternden Frauen, ­immer in derselben Reihenfolge aufgestellt, dem ­Betrachter mit festem Blick entgegen. Während das ­einzelne Foto die Zeit im Moment festhält und ihm ewige Gegenwart ermöglicht, offenbart die Serie das unaufhörliche Voranschreiten der Zeit – und wie sie sich unbeirrt in die Physiognomie der Gesichter einschreibt.

Mit Angela Fensch und Christian Borchert werden zwei weitere Fotografen vorgestellt. Sie sind im Kunstkontext im Westen Deutschlands bisher kaum bekannt. Der Dresdner Christian Borchert (1942 – 2000) gilt als wichtiger Chronist der Kultur- und Sozialgeschichte der DDR. Zu Beginn der 1980er Jahre begann er mit einer ­Serie von Familienporträts. Zehn Jahre später, einige ­Jahre nach der Wende, fotografierte er dieselben Familien erneut, wieder in ihrem häuslichen Umfeld. Für den Betrachter eröffnet sich im Vergleich ein bewegendes Stück deutscher Geschichte. Ähnlich geht Angela Fensch (*1952) in ihrer Serie Frauen Kinder vor. Im Abstand von sechzehn Jahren – 1989 und 2005 – fotografierte sie Frauen mit ihren Kindern in Ostdeutschland. Hierbei mag die damalige Offenheit der Frauen erstaunen.

­ Mit Blick auf die Möglichkeiten des Individuums in einer gelenkten Gesellschaft sind die Fotos jedoch eine Art Bestands­aufnahme und zugleich Ausdruck selbst­bestimmten ­Lebens. Von Angela Fensch werden auch Bilder der 1996 begonnenen Serie Progress gezeigt, für die sie Jugend­liche in der Uckermark porträtierte und nach ihren ­Hoffnungen und Lebenszielen befragte. Nach zwölf ­Jahren stellen sie sich erneut der Kamera und geben Auskunft über die Zeit dazwischen.

Für das Wecken von Hoffnungen im kulinarischen ­Bereich gibt es Kochbücher. Die Berliner Künstlerin ­Meike Dölp (*1970) hat in einem Zeitraum von zwei Jahren, sämtliche Gerichte (ca. 350) eines Kochbuch­klassikers nachgekocht, die Speisen fotografiert und die ­Fotos über die Abbildungen im Kochbuch geklebt. ­Ihr Partner und Künstlerkollege Rolf Gesing half ihr ­dabei. Es ist ein bisweilen unappetitliches, aber dafür sehr ehrliches Kochbuch entstanden – und ferner ein wunderbares Lehrstück über Ausdauer. Den Besuchern wird die Möglichkeit gegeben, darin zu blättern.

Das Werk des in Frankfurt/Main lebenden Künstlers Jürgen Krause (*1971) ist geprägt von wiederkehrenden Handlungen wie Punktvermessungen, Grundsteinlegungen oder dem Ausschneiden von konfettigroßen ­Papierkreisen mit einem Cutter (Blattschneidearbeiten). Aus einem handelsüblichen Papier gewinnt er etwa 1000 kleine Kreise – so exakt in ihrer Form, als seien sie maschinell ausgestanzt. Die fest in den Alltag des Künstlers integrierten Handlungen sind als qualitativer Teil der künstlerischen Arbeit zu sehen und müssen, ähnlich wie bei Jens Risch, auch als Ausdruck einer gesellschaft­­lichen Haltung gelesen werden. Mit dem für die Kunst­halle ­gelegten Grundstein hat er ein dauerhaftes Werk im Außenbereich geschaffen. Außerdem ist die aktuelle Reihe von über hundert Blattschneidearbeiten zu sehen.

Im Werk des Nürnberger Künstlers Michael Franz (1974) kommt das Prinzip der Aneignung immer wieder zum Tragen. Sein bisher aufwändigstes Projekt ist ein Zusammenschnitt von Szenen der TV-Serie „Linden­straße“, in denen es ausschließlich um die Figur und das Schicksal des Franz Schildknecht geht. Die für die Ausstellung ­geschaffene Videoversion von 20 Minuten verdichtet nicht nur den bewegenden Lebensweg eines am Ende scheiternden Künstlers, sondern gleichermaßen das ­Klischeehafte, mit der die Künstlerfigur gezeichnet wird. Zusammen mit dem Stuttgarter Fotografen Tobias Tragl (1973) entsteht seit 2006 ein anderes Langzeit­projekt, die Foto-Serie installationview. Allein der Titel ist Aneignung und Anspielung zugleich und bildet mit der ­Fotografie und dem real Fotografierten einen tauto­logischen Komplex. Denn die fotografierten Interieurs weisen zwar Bezüge zur Kunstwelt und Kunstwerken auf, suggerieren jedoch eher kunstferne Räume wie ­Büros, Gäste- oder Wartezimmer. Entscheidend ist, dass die Szenerie für jedes einzelne Foto komplett gebaut und konstruiert wird und für einen Moment tatsächlich zur Installation wird.

Gleich in der ersten Ausstellungshalle stößt man auf das Langzeitprojekt von Hans-Jörg Georgi (*1949). Es ist ein sechsgeschossiges Flugzeug, das er, einem inneren Bauplan folgend, sukzessive aus Hunderten von Pappresten baut, gleich einem Stück Architektur. Seit 1995 arbeitet der in Frankfurt/Main lebende Künstler an solchen ­Flugzeugmodellen, meist mit einer Spannweite bis zu 150 cm. Das Erstaunliche ist der besondere Charme der Flieger, der durch den Verzicht auf ein perfektes ­Finish, den individuellen Charakter jeder einzelnen Arbeit und die spürbar obsessive Hingabe erzeugt wird. Von Georgi wird außerdem eine Auswahl seines umfangreichen zeichnerischen Werks gezeigt.

In unmittelbarer Nachbarschaft präsentiert Claus Richter (*1971, lebt in Offenbach/Main) eine Installation mit einem Teil seiner umfangreichen Studiensammlung. Sie rankt sich um das Phänomen der Grenzverschiebung zwischen Fiktion und Wirklichkeit, wie sie Extrem-Fans von Science-Fiction-Filmen mitunter durchleben. Als Künst­­­ler, Forscher, bekennender Fan und sogar Fan der Fans begegnet Claus Richter dem Phänomen mit wissen­schaftlichem Abstand und großer Leidenschaft gleichermaßen. Als Künstler ist er selbst ein Wanderer zwischen Fiktion und Realität, der exemplarisch immer neue Identitätsmodelle erprobt.

Die Kunsthalle Mainz weist einige Räume und Örtlichkeiten auf, die zu einem spezifischen Raumbezug Anlass geben und für Künstler eine besondere Herausforderung darstellen. Hierfür laden wir in regelmäßigen Abständen Künstler als Trabanten ein, die ihre Arbeiten thematisch unabhängig von der jeweils laufenden Ausstellung ­zeigen. Während Alle Zeit der Welt nutzen die Karlsruher Künstlerin Heike Aumüller (1969) und die in Berlin ­lebende Künstlerin Iris Kettner (1968) die räumliche ­Situation der Turmebene III und des Alten Turms.

Die meist lebensgroßen Skulpturen von Iris Kettner be­stehen aus gebrauchten Kleidungsstücken, die sie sammelt und für ihre Arbeiten sozusagen recycelt. Die ehemals einem funktionalen Gebrauch dienende ­Bekleidung wird damit dem Kreislauf der Wegwerf­gesellschaft ­ent­zogen und in einen neuen Kontext überführt. Ihre Figu­ren, die Gestalten und Typen des urbanen Großstadtlebens repräsentieren, formt Iris Kettner aus gesam­m­elten Altkleiderlumpen, die mit Klebeband über ein Grundgerüst gewickelt und schließlich mit gebrauchten Kleidungsstücken bekleidet werden. Dabei ­gelingt es ihr, mit den bewusst grob gehaltenen, nicht ­unmittelbar auf Realitätsnähe abzielenden Figuren, dem Betrachter das vermeintliche Gewicht einer realen Person zu suggerieren. Iris Kettner, deren Arbeiten auch schon im öffentlichen Raum gezeigt wurden und dabei für Irritationen sorgten, wird im Alten Turm der Kunst­halle Mainz eine Wandfigur installieren.

Es sind oft befremdliche Orte wie baufällige Gebäude, steril wirkende Wohnungen oder anonyme Hotelzimmer, die Heike Aumüller für ihre Foto- und Videoarbeiten ­aufsucht und in denen sie sich entweder allein oder mit anderen Protagonisten inszeniert. Die gezielte Insze­nierung des Körpers steht hierbei im Zentrum. Burleske Handlungen, absurde Haltungen und ungewöhnliche Perspektiven lassen den Körper zu einem requisitartigen Objekt werden, das sich den räumlichen Gegebenheiten anpassen muss. Die Orte und die in einer Spanne von humorvoll bis morbid ausfallenden Inszenierungen ­verweben sich zu atmosphärisch verdichteten Arbeiten, die höchst ambivalente Assoziationen zulassen. Heike Aumüller zeigt ihre Arbeiten in der dritten Ebene des Ausstellungsturms.

Die Künstler

Heike Aumüller

Biografie

1969 geboren in Stuttgart 1991 – 1997 Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe 1997 – 2000 Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Postgraduiertenstudium

Preise und Stipendien (Auswahl)

1999 Förderpreis des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft Karl-Schmidt Rottluff 2000 Künstlerpreis des Deutschen Studienzentrums in Venedig 2001 Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2003 Stipendium Kunstfonds

Ausstellungen (Auswahl)

2000 Flexibilitätsversuche, Museum Fridericianum, Kassel (Katalog) 2001 Kunstwerke Berlin, Berlin Ausstellung Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen, Kunsthalle Bremen Moving Pictures, 5. Internationale Foto-Triennale Esslingen, Villa Merkel (Katalog) 2003 Dub Housing, Meyer Riegger, Karlsruhe 2004 Rendez-vous, Musée d’art contemporain de Lyon 2005 Can You See The Real Me?, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 2006 Gimme Shelter, or i'm gonna fade away, Halle für Kunst, Lüneburg Vom Pferd erzählen, Kunsthalle Göppingen 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

2000 Flexibilitätsversuche. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Museum Fridericianum, Kassel 2001 Kunstpreis der Böttcherstraße. Kunsthalle Bremen 2003 Tauber, Christine: Es wird nicht getötet werden – Trangression + Ritual. In: Heike Aumüller. Katalog zum Karl-Schmidt-Rotluff-Stipendium, Kunsthalle Düsseldorf 2007 Kunst ist Kunst. Katalog. Neues Museum Nürnberg

Christian Borchert

Biografie

1942 geboren in Dresden 1960 – 1963 Ingenieurschule für Filmtechnik Potsdam-Babelsberg 1970 – 1975 Bildreporter bei „NBI – die Zeit im Bild“ 1971 – 1974 Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Fernstudium Fotografie ab 1975 freischaffend auf dem Gebiet der Porträt- und Architekturfotografie 2000 tödlich verunglückt in Berlin

Preise und Stipendien (Auswahl)

1983 – 1984 Projekt „Familienporträts“, gefördert vom Kulturbund der DDR 1993 – 1994 Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn für Familienporträts

Ausstellungen (Auswahl)

1980 Cottbus, Dresden, Vilnius 1982 Leipzig 1988 Berlin (West), Hagen, Karl-Marx-Stadt 1996 Stadtmuseum, Dresden 2001 Foto-Anschlag: Vier Generationen ostdeutscher Fotografen, Zeitgeschichtliches Forum, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Leipzig 2005 Utopie und Wirklichkeit – Ostdeutsche Fotografie 1956 – 1989, Forum für Fotografie, Köln und Willy-Brandt-Haus, Berlin 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

1985 Semperoper Dresden: Bilder einer Baulandschaft. Verlag der Kunst, Dresden 1996 Christian Borchert – Zeitreise: Bilder einer Stadt; Dresden 1954 – 1995. Verlag der Kunst, Dresden

Meike Dölp

Biografie

1970 geboren in Ulm 1994 – 1999 Hochschule für bildende Künste Bremen bei Prof. Rolf Thiele 1999 – 2001 Hochschule für bildende Kunst Kassel bei Prof. Norbert Radermacher und Prof. Urs Lüthi 1999 – 2002 Studium der visuellen Kommunikation seit 2003 lebt und arbeitet in Berlin

Preise und Stipendien (Auswahl)

2002 – 2003 Goldrausch, Künstlerinnenprojekt art IT, Berlin 2008 Arbeitsstipendium Künstlergut Prösitz

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)

2000 Das erste Mal, Ausstellung im Marburger Kunstverein 2001 Homefire, Galerie Capri, Berlin Galerie Stellwerk, Kulturbahnhof Kassel 2002 Haus Köbberlling zu Gast im Berliner Kunstprojekt Perspektiven, Herbstausstellung Kunstverein Hannover 2003 SELBST im weitesten Sinne, Marburger Kunstverein Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2004 Ich will, dass du mir glaubst, 9. Triennale Kleinplastik Fellbach (Katalog) 2005 Viele Grüße, Propeller, Berlin 2006 Gala nach Heller, Eröffnungsausstellung „bei Bodo“, Berlin mit Haut und Haar, Kunsttempel Kassel beton, wurst und andere teamgeister, after the butcher, Berlin 2007 Triumph der Malerei, Pink Gallery, Berlin Fifty Fifty, Kunsttempel Kassel 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Angela Fensch

Biografie

1952 geboren in Schwerin 1972 Mannequin/Fotomodell Modeinstitut der DDR 1976 Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Fotografiestudium 1978 freiberuflich als Fotografin seit 1992 lebt und arbeitet in der Uckermark

Preise und Stipendien (Auswahl)

2004 Nominierung zum Gabriele-Münter-Preis 2006 Preisträgerin des Bundes-GEDOK-Kunstpreises „Dr. Theobald Simon“ 2007 Arbeitsstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Fotoserie Progress)

Ausstellungen (Auswahl)

1991 – 1992 Werkausstellungen in Berlin, Tokio, Tauberbischofsheim u.a. 1999 Jugendliche aus der Uckermark, Landeszentrale für Politische Bildung, Potsdam 70 Porträts von Behinderten, Oberstufenzentrum Prenzlau/Uckermark 2001 Jugendliche aus der Uckermark, Auswärtiges Amt, Bonn 2006 Frauen Porträts Kinder, 1989 und 2005, Cité Internationale Université de Paris, Maison Heinrich Heine 2007 Der Kontrakt des Fotografen, Museum Morsbroich, Leverkusen 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

1991 Mann Frau. Fotoessay. edition q, Berlin 2001 Komponistinnen im Porträt. Fotoessay. GEDOK Brandenburg, Rangsdorf 2005 Porträts Frauen Kinder, 1989 und 2005. Nicolai Verlag, Berlin

Michael Franz

Biografie

1974 geboren in Neustadt an der Waldnaab 1997 – 2003 Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Meisterschüler bei Professor Hans Peter Reuter

Preise und Stipendien (Auswahl)

2003 Sommerakademie Salzburg 2004 Debütantenpreis des Freistaats Bayern 2004/2005 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Bamberg

Projekte und Ausstellungen (Auswahl)

2000 camping-camping, Volksbad Nürnberg 2001 Lex Avatar, Ausstellungen und Aktionen in Karlsruhe, Genua und Nürnberg 2003 ostbayerische malerei 2003, Gruppenausstellung, Regensburg 2004 put hate back into painting, Gruppenausstellung, Kunstmühle Mürsbach LÜFTL vs FRANZ, Kunstverein Kohlenhof, Nürnberg 2005 Birthe & Mike, Ausstellung anlässlich des Debütantenpreises 2004 in der Ausstellungshalle der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg 2005/2008 Franz-Schildknecht-Project 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

2004 Michael Franz: Down like the system. Zeichnungen von 2000–2004. Hrsg. von Dietmar Dath, Knut Ebeling und Peter Truschner. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg

Hans-Jörg Georgi

Biografie

1949 geboren in Frankfurt am Main, lebt und arbeitet dort

Ausstellungen (Auswahl)

2003 Atelier Goldstein, Altes Hauptzollamt Frankfurt am Main 2004 WENN FEUER DANN RAUCH, Kunstverein Nürnberg Ich will, dass du mir glaubst, 9. Triennale Kleinplastik Fellbach (Katalog) 2006 artspace Frankfurt, Atelier Goldstein, Frankfurt am Main Galerie Albert Baumgarten, Freiburg badegäste, Stadtbad Oderberger Straße, Berlin 2007 intuitive architecture, Dr. Guislain Museum in Kooperation mit dem Flemish Architecture Institute und dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, Gent, Belgien Goldstein Variationen, Dockville Festival, Hamburg Galerie Erhard Witzel, Wiesbaden Kleisthaus, Berlin (Katalog) Künstler aus dem Atelier Goldstein, Museum Schloss Burgk/Saale 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

2007 Atelier Goldstein Künstler. Arbeiten von acht Künstlern aus dem Atelier Goldstein. Ein Buch über Grenzerkundungen und Aneignungen. Hrsg. von Gabi Schirrmacher/Christian Sälzer. jovis Verlag, Berlin 2007 Atelier Goldstein. Kleisthaus Berlin. Hrsg.: Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Karin Evers-Meyer MdB, Berlin

Iris Kettner

Biografie

1968 geboren in Mainz 1988 – 1991 Ausbildung als Guertlerin (Metallverarbeitung) in Köln 1991 – 1997 Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle/Saale lebt und arbeitet in Berlin

Preise und Stipendien (Auswahl)

1999 / 2005 Stipendien der Stiftung Kulturfonds 2005 Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT, Berlin

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)

1998 Restposten, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle (Publikation) 2005 Safari, Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin Superheroes, U2 Alexanderplatz, Berlin 2006 TUDIRGUT, Delikatessenhaus, Leipzig 2yk Galerie, Kunstfabrik Am Flutgraben, Berlin 2007 Bodycheck, 10. Triennale Kleinplastik Fellbach 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

2005 Alexanderplatz U2 2004/2005. Dokumentation des künstlerischen Wettbewerbes der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. Sieben realisierte Projekte. Berlin. Hrsg.: NGBK, Berlin

Jürgen Krause

Biografie

1971 geboren in Tettnang 1994 – 2000 Akademie für bildende Künste Mainz bei Klaus Vogelgesang 2000 – 2001 Städelschule in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle 2003/2007 Lehraufträge für Zeichnung an der Kunstakademie Mainz lebt und arbeitet in Frankfurt am Main

Preise und Stipendien (Auswahl)

2000 Förderpreis der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2004 Stipendium des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe e.V. Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg Ludwig-Gies-Preis für Kleinplastik der LETTER-Stiftung, Köln

Ausstellungen (Auswahl)

2001 Neue Besen kehren gut, Städtische Galerie Wolfsburg 2002 Breitengrad, dont-miss, Frankfurt am Main 2003 Rück!, Bellevue-Saal, Wiesbaden 2004 Ich will, dass du mir glaubst, 9. Triennale Kleinplastik Fellbach (Katalog) 2005 Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart Ausstellungshalle Frankfurt am Main Kunstverein Nürnberg (Katalog) 2006 Opelvillen Rüsselsheim Museum Bad Arolsen 2007 Galerie Eva Winkeler, Frankfurt am Main 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

2005 Jürgen Krause – Arbeiten. Hrsg.: Natalie de Ligt, Kunstverein Nürnberg 2007 Jürgen Krause – Meditieren. In: Jean-Christophe Ammann: Bei näherer Betrachtung. Westend Verlag, Frankfurt am Main, S. 107ff.

Nicholas Nixon

Biografie

1947 geboren in Detroit, Michigan 19697 B.A., University of Michigan 1974 M.F.A., University of New Mexico heute Professor für Fotografie, Massachusetts College of Art, Boston lebt und arbeitet in Brookline, Massachusetts

Ausstellungen (Auswahl)

1976 The Museum of Modern Art, New York 1985 The Art Institute of Chicago 1989 Victoria and Albert Museum, London 1991 San Diego Museum of Art 1994 Sprengel Museum, Hannover 1995 Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris 2003 Tate Modern, London 2008 Kunsthalle Mainz

Publikationen (Auswahl)

1983 Nicholas Nixon: Photographs From One Year. The Friends of Photography, San Francisco 1988 Nicholas Nixon: Pictures of People. Museum of Modern Art, New York 1991 Nicholas Nixon/Bebe Nixon: People With AIDS. David R. Godine Pub 1998 Rober Coles/Nicholas Nixon: School. Bulfinch Press 1999 Nicholas Nixon: The Brown Sisters. Museum of Modern Art, New York 2005 Nicholas Nixon: Home. Portfolio Book. Lodima Press, Revere 2007 Peter Galassi/Nicholas Nixon: The Brown Sisters: Thirty-Three Years. Museum of Modern Art, New York

Claus Richter

Biografie

1971 geboren in Lippstadt 1994 – 2003 Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main 2005 Recherche-Reisen zur Science-Fiction-Fankultur nach Hollywood und auf die größte Star Wars-Fankonferenz der Welt in Indianapolis lebt in Offenbach am Main

Preise und Stipendien (Auswahl)

2005 Reisestipendium der Hessischen Kulturstiftung (Reiseziele: Hollywood und Tokyo) Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn 2007 Stipendium Schloss Ringenberg, Hamminkeln

Einzelausstellungen (Auswahl)

2005 Get a Life, Ursula-Blickle-Stiftung, Kraichtal 2006 Based on a true Story, Schloß Ringenberg, Hamminkeln 2007 Serendipity, Revolver, Archiv für aktuelle Kunst 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Vorträge (Auswahl)

2005 – 2007 Fiktionsbasierte Realitätskonstruktion – Science-Fiction-Film-Fankultur, Signal-Galerie, Malmö; Kunstverein, Nürnberg, Hochschule für Gestaltung, Offenbach; Opelvillen Rüsselsheim; Museum für Gegenwartskunst, Siegen Crossroads Cultural Studies Conference, Istanbul; Kunstverein Frankfurt; Museum het Valkhof, Nijmegen

Publikationen (Auswahl)

2005 Claus Richter. Katalog. Museum für Gegenwartskunst, Siegen 2007 Claus Richter: Dreams are my reality – Mauerfall an der Fiktionsgrenze – über Science-Fiction-Fans. In: Bild und Eigensinn, transcript-Verlag, Bielefeld

Jens Risch

Biografie

1973 geboren in Rudolstadt/Thüringen 1985 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland 1993 – 1995 Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main 1995 – 1999 Staatliche Hochschule für Bildende Künste Städelschule Frankfurt am Main, Meisterschüler bei Prof. Thomas Bayrle seit 2001 lebt und arbeitet in Berlin

Ausstellungen (Auswahl)

2001 Neue Arbeiten, 1822-Forum der Frankfurter Sparkasse (Katalogheft) 2005 Cambio de Sentido, Ausstellungsraum Autocenter, Berlin 2006 beton wurst und andere teamgeister, Ausstellungsraum after the butcher, Berlin 2007 Weißfrauen Diakoniekirche, Frankfurt am Main Family and Friends, Centre d’art contemporain, Brétigny, Frankreich 2008 Alle Zeit der Welt, Kunsthalle Mainz

Publikationen

2001 1822-Stiftung. Katalogheft anlässlich der Ausstellung Neue Arbeiten im 1822-Forum der Frankfurter Sparkasse 2006 Jens Risch (u.a.): Seidenstück I. A1-Poster edition by etc publications, Berlin

Tobias Tragl Biografie

1973 geboren in Weiden in der Oberpfalz seit 2005 freier Fotograf

Ausstellungen

2006 Jahresgaben, Kunstverein Nürnberg 2007 finish, Autohaus Tschernitz, Karlsruhe Die Dinge, die wir nicht wissen – wir wissen sie nicht, Galerie Sima, Nürnberg

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Alle Zeit der Welt
Heike Aumüller, Christian Borchert, Meike Dölp, Angela Fensch, Michael Franz, Hans-Jörg Georgi, Iris Kettner, Jürgen Krause, Nicholas Nixon, Claus Richter, Jens Risch, Tobias Tragl