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Aufbau: 16.06. – 18.06.2009 Eröffnung: 19.06.2009, 19 Uhr ab 19 Uhr „Bar Faselliese“

Alex Müller (*1971 in Düren) studierte von 1997 bis 2004 an der HBK Braunschweig. Sie beschäftigt sich mit der Frage, was Malerei heutzutage noch leisten kann und untersucht diesen Themenkomplex aus verschiedenen Blickwinkeln und in kontextbezogenen Zusammenhängen. In den vergangenen Jahren realisierte sie eine Reihe von Rauminszenierungen, die als immanenter Bestandteil ihrer Malerei zu betrachten sind. Dabei nutzt sie neben dem klassischen Material Leinwand als Bildträger auch andere Stoffe, die sie zusammennäht, Holzbretter oder ganze Wände. Sie verwendet eine breite Palette an Materialien, die dem Zufall einen großen Platz einräumen: Müller geht aber noch einen Schritt weiter und erklärt die Leinwand zum dreidimensionalen Objekt, wie in Der Gast der Karamelmühle oder Charlottes Feld (2008). Mit nicht näher genannten Materialien bearbeitet Müller das Material Leinwand, das eigentlich als zweidimensionaler Bildträger dient, und überführt es in den Raum. Ein dreieckiger Raum wird geschaffen, der sich zudem noch fortbewegen kann, da er auf Rollen steht. Geheimnisvoll wird er Karamelmühle genannt. Dieses Orakelhafte zeichnet auch viele ihrer Gemälde aus. Wie aus fernen Kulturen und Zeiten werden Wesen in ihren Arbeiten wie Erscheinungen sichtbar.

Shannon Bool (*in Comox, Kanada) studierte von 1998 bis 2001 am Emily Carr Institute of Art and Design in Vancouver, 2001 an der Cooper Union in New York und von 2001 bis 2004 an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Prof. Michael Krebber. Bevor sie sich der Kunst widmete, studierte sie englische Literatur. Neben dem Alltag bilden Literatur und Kunstgeschichte die wichtigsten Inspirationsquellen ihres künstlerischen Schaffens. In Bools Werken finden sich immer wieder literarische Figuren, Erzählungen und Mythen ein. So wird beispielsweise Doris Lessings The Golden Notebook zu einem Fotogramm verarbeitet oder eine Fallstudie Sigmund Freuds zu dem so genannten Wolfsmann bzw. eine Zeichnung des Patienten ist Ausgangspunkt einer Arbeit Bools. Vielfältige Assoziationen mit Kunst- und Kulturgeschichte sowie das Spiel mit dem Ornamentalen machen das Wesen von Shannon Bools Werk aus. Die zumeist aus der Natur bezogenen Motive wie die Darstellung des Menschen – ob in Installationen oder auf Wand- und Papierarbeiten – generieren komplexe Bildräume zwischen heiterer Beschaulichkeit und sublimer Melancholie. Verweise auf die Wirklichkeit bleiben meist geheimnisvoll, so geheimnisvoll wie die Psyche des Menschen. Denn diese ist ein zentrales Thema in der Kunst der Wahlberlinerin, was sich immer deutlicher in den jüngeren Arbeiten manifestiert.

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7 x 14
Jubiläumsausstellung
Alex Müller / Shannon Bool

Kurator: Karola Kraus