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Orte.: Spreeufer am Reichstag in Berlin, Bulgarien, Griechenland

"Seit wir am Montag eine Pressemitteilung über die Aktion rausgeschickt haben, regt sich ganz Deutschland auf, dass 14 große und wichtige Symbole weg sind. Gleichzeitig sterben 24 Menschen im Flüchtlingsboot vor Instanbul, was eine winzige Meldung bekommen hat. Aber wir sind auf Deutschlands Titelseiten. Das reißt die Maske vom Gesicht der deutschen Gesellschaft. Jeder weint nur um seine eigenen Toten. Sobald jemand woanders herkommt, wird nicht mehr viel darüber nachgedacht. – Wir können den alten Mauertoten nur vollumfänglich gedenken, wenn wir auch den neuen Mauertoten gedenken."
Cesy Leonard, Chefin des Planungsstabs


Die Mauertoten sind an den EU-Außengrenzen

Die Installation „Weiße Kreuze“ ergriff vor den Gedenkfeiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls kollektiv die Flucht aus dem Regierungsviertel in Berlin. Die Mauertoten flüchteten in einem Akt der Solidarität zu ihren Brüdern und Schwestern über die Außengrenzen der Europäischen Union, genauer: zu den zukünftigen Mauertoten. 30.000 Tote forderten die EU-Außenmauern seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Die Gedenkkreuze flüchteten vor dem Oktoberfestgedenken zu Menschen, deren Leben durch die EU-Außenmauern akut bedroht ist und erweiterten dadurch das selbstbezogene deutsche Gedenken um einen entscheidenden Gedanken: die Gegenwart.