press release only in german

Mit Barbara und Katharina Grosse wird die neue Ausstellungshalle der Städtischen Museen im Augustinermuseum eröffnet. Die vom Museum für Neue Kunst veranstaltete Doppelausstellung ist die erste gemeinsame Präsentation von Mutter und Tochter. Sie erzählt nicht nur eine besondere, persönliche Art von Familiengeschichte, sondern schlägt auch einen Bogen zwischen den Medien und den Generationen der Kunst.

Barbara Grosse, 1938 in Stuttgart geboren, studierte Ende der 50er Jahre an der Freiburger Kunstakademie und lebt heute in Bochum. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit zeichnerischen und graphischen Ausdrucksformen, die Spuren des Zufalls mit gezielten bildnerischen Eingriffen verbinden. Ihr aktuelles Werk ist ein wichtiger Beitrag zu den Möglichkeiten der Druckgraphik. In der für Freiburg entwickelten Installation lösen sich ihre großformatigen Radierungen von der Wand, scheinen mit fast unmerklicher Bewegung im Raum zu schweben.

Katharina Grosses Werk ist geprägt von einem anarchischen Impuls. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet die 1961 in Freiburg geborene und heute in Berlin lebende Künstlerin an einer Bildform, die alle festgelegten Grenzen und Hierarchien außer Kraft setzt. Hinter dem Eindruck einer monumentalen, mit der Sprühpistole erzeugten Farbgestik, inmitten einer geradezu spektakulär erfahrbaren Raumwirkung erschließt sich eine zweite Wahrnehmungsebene: ein gleichsam performativer Vorstellungsraum, in dem das Malen, das Denken und Handeln, keine Wirklichkeit mehr kennt, die wirklicher ist als die Möglichkeit. In diesem offenen System des ästhetischen Geschehens zwischen Realität und Illusion laufen Architektur, Skulptur und Tafelbild in einem Objekt zusammen, verbinden sich zu einer alle Kategorien und gültigen Setzungen überschreitenden bildnerischen Erscheinung.

only in german

Barbara Grosse und Katharina Grosse
Installationen und Arbeiten auf Papier
Kuratoren: Isabel Herd, Christiane Grathwohl-Scheffel