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UTOPIA STATION, kuratiert von Molly Nesbit, Hans Ulrich Obrist and Rirkrit Tiravanija, ist ein internationales Projekt, das auf der Biennale von Venedig 2003 erstmals als Ausstellung präsentiert wurde. UTOPIA STATION eröffnet nun einen Campus in Sindelfingen, kuratiert von Ingrid Burgbacher-Krupka mit Arbeiten von Michael Beutler, Ross Birrell, Natascha Sadr Haghighian, Tino Sehgal, den UTOPIA STATION Plakaten und einem Programm mit Vorträgen, Lesungen und Film-screenings. Eine Zusammenarbeit hat sich auch mit dem Haus der Kunst München in ergeben.

In Sindelfingen trifft die UTOPIA STATION auf das weltweite Fotoprojekt 'Imagine your photos will open my eyes’ (GTZ Berlin unter der Schirmherrschaft von Yoko Ono), an dem sich die Sindelfinger Kinder und Jugendlichen sehr engagiert beteiligt haben. (Zur Erinnerung: Am 30 April 2002 fotografierten Kinder und Jugendliche aus 45 Ländern diesen Tag in ihrem Leben. Als Antwort auf ihre in Sindelfingen ausgestellten Bilder machten 320 Sindelfinger Schüler verschiedenen Alters, verschiedener Schulen und verschiedener Nationalität vor Ort ebenfalls Bilder, deren Bedeutung sie in einem Begleittext und Antworten an die Jugendlichen weltweit festhielten). Entstanden ist ein wichtiges Zeitdokument von Sindelfingen, das wir in Folianten und begleitender CD-ROM, kommentiert von dem Pädagogen Walter Lenk auf der UTOPIA STATION abschließend präsentieren.

Nach einer Reihe internationaler Symposien hatte die UTOPIA STATION auf der Biennale Venedig 2003 ihre erste große Ausstellung mit über 200 namhaften Künstlern. „Heute ist die Welt zu gefährlich für alles was weniger ist als Utopia“, hieß es aus Venedig an Budminster Fuller erinnernd. Da dies unglücklicherweise noch immer wahr ist, reist man zusammen in der Gruppe. Mehr als 150 Plakate sind seither von Künstlern zu der Utopia Idee entstanden, die die UTOPIA STATION auf ihrem Weg um die Welt begleiten – nach dem Sindelfinger Campus wird das Haus der Kunst in München 2004 der nächste Halt sein.

Jeder Ort, in den die UTOPIA STATION kommt, hat einen eigenen Charakter, der die begleitenden wie auch neu hinzukommenden Künstler auf besondere Weise herausfordert. Sindelfingen, größter Produktionsstandort für Mercedes Benz Personenkraftwagen weltweit inmitten einer extensiven High Tech Umgebung, steht für PRODUKTION. PRODUKTION ist denn auch der prägende Eindruck für den Biennale Künstler TINO SEHGAL, der hier seine Schulzeit verbrachte. Während die meisten Kunstwerke in ihrem Status als Objekt die heute dominierende Form wirtschaftlicher Produktion, nämlich die Umwandlung von Material, widerspiegeln, setzen seine Arbeiten auf alternative Formen der Produktion, der Umwandlung von Handlungen zur Hervorbringung von Werken. 'PRODUKTION DEPRODUKTION' ist denn auch das Thema seines Gesprächs in Sindelfingen, begleitet von der Installation eines neuen Posters: „Mein Poster ist ein Poster das nicht existiert, und auf dem Poster steht: THIS IS UTOPIA“.

Auch NATASCHA SADR HAGHIGHIAN setzt sich mit ökonomischen Fragen auseinander – 'present but not yet active’ heißt es auf ihrem Biennale Plakat. Wenn etwas aus der Verwertungslogik entlassen wird, wird es unsichtbar, das heißt es ist da, aber nicht aktiv. An diesen Stellen wird alles Mögliche denkbar. 'it's not about oil' ist Teil eines Videoprojektes, das sich kritisch mit den Ansätzen des Buches 'EMPIRE – Die neue Weltordnung' von Hardt/Negri, 2000, und den dort diskutierten Vorschlägen auseinandersetzt. Für dieses Projekt haben sich 15 FilmemacherInnen zusammengefunden. Das erarbeitete Material wird in einen gemeinsamen Pool gegeben auf den alle zugreifen können. Die daraus entstehenden Filme und Videos werden später gemeinsam gezeigt. An dem Projekt wird noch gearbeitet, deshalb ist das Video 'it's not about oil' hier nur in Form eines kurzen Trailers thematisch umrissen.

Für MICHAEL BEUTLER nehmen neben den sozialen und historischen die architektonischen Zusammenhänge eine wichtige Rolle ein, „denn Architektur entwickelt sich ja zu einem großen Teil aus den beiden anderen Bereichen. Das versuche ich aufzudecken und nachzustellen“. 'EIMER IMER MER’ überschreibt er seine Arbeit vor Ort, auf den ersten Blick mehr ein poetisches Wortspiel, denn eine Behauptung, dass die ganze Welt im Eimer ist. Bei der Besetzung und Umwandlung von Räumen in einer Art do-it-yourself Methode mit vorgefundenen Materialien finden auch die Biennale Poster Berücksichtigung. Er zielt nicht auf trash-Ästhetik, sondern auf Produkte logischer und ökonomischer Vorgänge, wie bei seinen Maschinen deutlich wird. Dadurch, dass Objekte speziell abbaubar und transportabel sein müssen, haben sie so etwas wie eine Doppelfunktion. „Ich mag auch die Ideen und Utopien, die sich dahinter verbergen – der Glaube daran, dass es toll sei, zugleich überall zu sein“.

ROSS BIRRELL (als 'ENVOY’ - 'Gesandter’) unternimmt eine Reihe von Reisen, um bestimmten Institutionen ein Packet oder Geschenk (Kopien von Thomas More's Utopia dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag und den Vereinten Nationen in New York) zu übergeben oder er begibt sich an bestimmte Orte, um ein versiegeltes Paket oder ein symbolisches Objekt ins Meer zu werfen, oder um einfach einen Text in einem bedeutsamen kulturellen oder politischen Umfeld zu lesen. Jede Aktion bezieht sich auf ein Versagen großer utopischer Entwürfe der Modernität und Demokratie. Diese Arbeiten verbinden das Individuelle und das Ideologische in einer Untersuchung der sozialen Funktion des Künstlers – als 'Kurier’ von Paketen oder als 'Abgesandter’ einer unbekannten Macht für einen nicht spezifizierten Zweck.