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Sergej Jensen (geb. 1973) gehört zu den jüngeren Vertretern der zeitgenössischen Malergeneration. Seine Arbeit umfasst Malerei, Musik, Performance und Installation, wobei seine oft großformatigen, abstrakten Gemälde im Mittelpunkt stehen. Jute, Leinen, bunte Stoffe, mal standardisierte Keilrahmen, mal selbstangefertigte Rahmen sind die Materialien, die Sergej Jensen als textile Bildträger einsetzt. Diese sind jedoch nicht allein Untergrund für ein aufgetragenes Bild, wie es bei der Malerei oft der Fall ist, sondern werden selbst zum Inhalt der Arbeit. Denn die vorgefundenen Gebrauchsspuren auf den Textilien nehmen auf einmal malerische Charakteristiken an, wenn diese gespannt, angeheftet, geklebt, fest- oder aneinandergenäht werden. Pigment, Diamantenstaub, Nagellack, Garn, Wollfäden, Bleichmittel und Witterungen setzt Sergej Jensen als malerische Mittel ein. Die Bearbeitung der Bilder, die oft über Monate und sogar Jahre hinweg stattfindet, lässt sie auf gewisse Art wie von selbst entstehen, denn Feuchtigkeit oder Sonneneinstrahlung zum Beispiel bewirken Effekte, die man unmöglich mit ausgewählten Techniken oder Chemikalien erzeugen kann. Organische Materialien, wie der Künstler sie gerne verwendet, verändern sich mit der Zeit – ein Aspekt, der in Jensens Arbeit eine zentrale Rolle spielt. Die Spuren des Vergänglichen werden in seinem Werk zur malerischen Geste. Seine Gemälde sind somit nie purer, formalistischer Ausdruck künstlerischen Schaffens, sondern immer auch eigenständige Organismen, die sich teils selbst entwickeln. Für den Portikus wird Sergej Jensen eine Raumaufteilung vornehmen. In der vorderen Hälfte des Ausstellungsraums werden neue sowie schon existierende Gemälde vom Künstler arrangiert. Eine Trennwand im hinteren Teil des Raumes schafft einen kabinettartigen Bereich, in dem Jensen erstmals seine umfangreiche, über geraume Zeit und auf den verschiedensten Untergründen entstandene Sammlung an Hunde-Zeichnungen präsentiert, die Auslöser für den Titel der Ausstellung "Dog Show Painting Show" waren.

Am 14. Januar 2011 um 20 Uhr findet ein Konzert von YE OLDE ROPE mit Oliver Husain, Claus Richter und Sergej Jensen in der Ausstellung statt. Die Künstler performen seit 1998 zusammen und treten seitdem international gemeinsam auf.

Im DISTANZ Verlag erscheint Anfang 2011 die erste Monografie zu Sergej Jensen; Mitherausgeber sind: Aspen Art Museum, Colorado, Bergen Kunsthall, Norwegen, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, Malmö Konsthall, Schweden, MoMA PS1, New York und Portikus, Frankfurt am Main; Texte von Peter Eleey, Jacob Fabricius, Rainald Goetz, Dirk von Lowtzow, Melanie Ohnemus, Susanne Pfeffer, Heidi Zuckerman-Jacobson, ISBN 978-3-942405-06-5

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Polytechnischen Gesellschaft. Die Ausstellung von Sergej Jensen ist Teil der Ausstellungsreihe MainWerk – einer Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Städelschule und dem Portikus. Im Rahmen der Ausstellungsreihe soll einmal im Jahr ein speziell für den Portikus geschaffenes Kunstwerk eines ehemaligen Studenten der Städelschule gezeigt werden, der seine künstlerische Karriere nach seinem Abschluss in Frankfurt erfolgreich vorangetrieben hat und nun national oder international ausstellt. Durch die Ausstellung im Portikus soll der jeweilige Künstler - zumindest temporär - nach Frankfurt zurückgeholt und sein Werk der Frankfurter Öffentlichkeit präsentiert werden. Mit der Ausstellungsreihe möchte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main auf den Beitrag Frankfurts zur Gegenwartskunst aufmerksam machen und den künstlerischen Nachwuchs aus Frankfurt fördern.

Die 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main ist in den drei Themenfeldern Bildung, Wissenschaft und Technik; Kunst, Kultur und Bewahrung des kulturellen Erbes sowie Soziales, Karitatives und Humanitäres operativ und fördernd tätig. Die Stiftung möchte dazu beitragen, dass sich Frankfurt zu einem Modell für eine moderne, bürgernahe Stadtgesellschaft entwickelt.

Sergej Jensen Geboren 1973 in Maglegaard, Dänemark Lebt und arbeitet in Berlin und New York Studium bei Prof. Thomas Bayrle an der Städelschule, Frankfurt am Main Einzelausstellungen (Auswahl): 2010, Aspen Art Museum, Colorado, USA; The Last Twenty Minutes of 2001, White Cube, London; Portikus 2009 KW Institute for Contemporary Art, Berlin; 2008 Pictures and Paintings, Anton Kern Gallery, New York; Pictures and Paintings, Galerie Neu, Berlin; Sergej Jensen (with Henrik Olesen), Pinakothek der Moderne, München; Malmö Konsthall, Schweden; Bergen Kunsthall, Norwegen; 2007 Nomadic bags and bag faces, The Douglas Hyde Gallery, Dublin; 2006 La chambre de la peinture, White Cube, London; Galeria Fortes Vilaça, São Paulo Gruppenausstellungen (Auswahl): 2010 “…”, Galerie Neu, Berlin; More Carpets, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; The House of Wonder, Galerie Neu, Berlin; “SHAZAM!”, Galerie Gerhardsen Gerner, Berlin; 2009; Getting Nowhere, Galleria Gentilli, Prato; The Splendour of Fear, Michael Benevento, Los Angeles; Sergej Jensen, Wolfgang Breuer, Annette Kelm, KW Institute for Contemporary Art, Berlin; Nothing to say and I am saying it, Kunstverein Freiburg.

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Sergej Jensen
Dog Show Painting Show