artists & participants

Marina AbramovicNevin AladagHalil AltindereMaja BajevicJoseph BeuysBarbara BloomClaus BöhmlerLuchezar BoyadjievKP BrehmerBazon BrockMarcel BroodthaersJohn CageGiuseppe ChiariHenning ChristiansenPhilip CornerDanica DakicHans Joachim DietrichBraco DimitrijevicMarcel DuchampRichard DunnMaria EichhornAyse ErkmenJakup FerriRobert FilliouBill FontanaImi GieseLudwig GosewitzRichard HamiltonMona HatoumErwin HeerichBarbara HeinrichDick HigginsEdi HilaKarl Horst HödickeBernhard HökeRebecca HornPeter Hutchinson IrwinSanja IvekovicSejla KamericAllan KaprowGülsün KaramustafaOn KawaraImi KnoebelArthur KöpckeJaroslaw KozlowskiJohn LethbridgeVivienne Shark LeWittBernd LohausKonrad LuegVlado MartekOlaf MetzelAydan MurtezaogluOliver MusovikJohn NixonRoman OpalkaEbru ÖzsecenNam June PaikBlinky PalermoMike ParrDan PerjovschiSigmar PolkeMarjetica PotrcGerhard RichterDieter RothGerhard RühmReiner RuthenbeckAnri SalaBülent SangarCarles Santos SarkisTomas SchmitConrad SchnitzlerErzen ShkololliNedko SolakovMladen StilinovicRasa TodosijevicJelena TomasevicMilica TomicJalal TouficDavid TudorNasan TurPeter TyndallKen UnsworthWolf VostellJenny WatsonStefan WewerkaLambert Maria WintersbergerIvan Wyschnegradsky 

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Die Edition Block wurde im Jahr 1966 gegründet. In den frühen siebziger Jahren bezog sie in der (West) Berliner Schaperstraße (Wilmersdorf) eigene Räume in direkter Nachbarschaft zur Galerie Block. Sie gehört zu den ältesten noch aktiven Herausgebern von Auflagenobjekten und Druckgrafiken internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Die Gründung der Edition knüpfte nicht nur an die Diskussion um das Objekt an, die in der Nachkriegszeit von Künstlern des Nouveau Réalisme ausgelöst wurde, sondern vor allem an die Idee einer vervielfältigten – und damit demokratisierten weil erschwinglichen – Kunst, wie sie vor allem die Fluxus-Bewegung vertrat. Das Multiple bot nicht nur die Möglichkeit, das Problem des „Originals“, die gesellschaftliche Stellung künstlerischer Arbeit oder das Verhältnis von Kunst und Ware zu diskutieren; die Auflagenobjekte sicherten zugleich eine weite Verbreitung künstlerischer Aussagen, die den Stand der Kunst reflektierten und Schlüsselpositionen innerhalb des zeitgenössischen Denkens einnahmen. Die Auflagen der Edition Block entstanden zunächst in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Wolf Vostell, Joseph Beuys, KP Brehmer, KH Hödicke, Sigmar Polke, Blinky Palermo, Konrad Lueg, Nam June Paik, Arthur Köpcke, Diter Rot und Robert Filliou.

Das Programm erfuhr in den folgenden Jahren eine stetige Erweiterung durch neue Künstler und neueste Kunstformen und war stets geprägt von René Blocks Fluxus- Prinzip der künstlerischen Vernetzung und seinem Interesse an der Peripherie und „künstlerischen Nebenströmen“. Das Interesse der Edition Block galt (und gilt) neben den Auflagenobjekten vor allem der Grafik und den verschiedenen grafischen Techniken. Neben der Herausgabe von Einzelblättern verschiedener Künstler wurden immer wieder Portfolios aufgelegt, wie etwa 1967 Grafik des Kapitalistischen Realismus oder Weekend (1971). Das Prinzip, mehrere Künstler für eine gemeinsame Edition zu versammeln, findet sich beispielsweise auch in En Bloc (1969-72), einem Rollschrank aus Holz, in dessen Schubladen Objekte von 19 deutschen Künstlern wie in einem Museum en miniature untergebracht sind.

Nach Schließung der Galerie (1979) und während Blocks Tätigkeit für Institutionen (Berliner Künstlerprogramm des DAAD 1982-92, IfA Stuttgart 1993-95 und Kunsthalle Fridericianum 1998-2006) wurde die Editions-Tätigkeit eingeschränkt. Der Arbeitsschwerpunkt konzentrierte sich auf die Wechselwirkung zwischen bildender Kunst und Musik. In dieser Zeit erschienen vor allem Auflagen in Form von Langspielplatten oder CDs mit Werken von Conrad Schnitzler, David Tudor, Ivan Wyschnegradsky, Claus Böhmler, Philip Corner, Henning Christiansen, Gerhard Rühm, Joseph Beuys, Nam June Paik und Marcel Duchamp. Ein besonderes Multiple der Edition im musikalischen Bereich ist Mozart Mix (1991) von John Cage, eine Hommage des Künstlers an den Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Es handelt sich hierbei um das erste multiplizierte Klang-Environment.

Im Jahr 2005 wandte sich die editorische Tätigkeit einem großen Grafikprojekt zu. Im Zusammenhang mit der Cetinje-Biennale Love It or Leave It (2004) entstand die gleichnamige Mappe mit Druckgrafiken in verschiedenen Techniken von 30 Künstlerinnen und Künstlern.

Im Jahr 2007 bezog die Edition Block als GmbH unter der Geschäftsführung von Anna Block neue Räume in der Heidestraße 50 (Tiergarten). René Block blieb künstlerischer Berater, die organisatorische Leitung liegt nun in den Händen von Barbara Heinrich. Neben Produktionen mit jungen Künstlerinnen und Künstlern aus dem südosteuropäischen Raum, wie Bülent ?angar, Aydan Murtezao?lu oder ?ejla Kameri?, stehen neue Werke „alter Bekannter“ wie Henning Christiansen, Jaros?aw Koz?owski oder Carles Santos. In ihrer inzwischen 45-jährigen Geschichte hat die Edition Block stets neue Wege auf dem Feld der multiplizierten Kunst beschritten und dabei auch ein Stück Kunstgeschichte geschrieben. Bisher wurden 77 Arbeiten in Zusammenarbeit mit mehr als 80 Künstlerinnen und Künstlern herausgegeben – insgesamt ein weit gespanntes Netzwerk, das sich mit allen Erfahrungen aus den sechziger, siebziger, achtziger und neunziger Jahren nun den künstlerischen Entwicklungen des 21. Jahrhundert widmet. Die von Barbara Heinrich kuratierte Ausstellung zeigt alle seit 1966 aufgelegten Editionen, darunter „Meilensteine“ wie Schlitten (1969) oder Filzanzug (1970) von Joseph Beuys, …höhere Wesen befehlen (1968) von Sigmar Polke, The Critic Laughs (1968-71) von Richard Hamilton oder Der Denker (1976/78) von Nam June Paik neben Arbeiten von Maria Eichhorn, Ay?e Erkmen, Mona Hatoum, Olaf Metzel, Ebru Özseçen, Sarkis und Nasan Tur aus dem Jahr 2010/2011. Ein Werkkatalog zur Ausstellung enthält, in Form eines Ringbuchs, alle Editionen einschließlich detaillierter Angaben.

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MULTIPLIZIEREN IST MENSCHLICH
45 Jahre Edition Block 1966-2011
Kuratorin: Barbara Heinrich

Künstler: Marina Abramovic, Nevin Aladag, Halil Altindere, Maja Bajevic, Luchezar Boyadjiev, Joseph Beuys, Barbara Bloom, Claus Böhmler, KP Brehmer, Bazon Brock, Marcel Broodthaers, John Cage, Giuseppe Chiari, Henning Christiansen, Philip Corner, Danica Dakic, Hans Joachim Dietrich, Braco Dimitrijevic, Marcel Duchamp, Richard Dunn, Maria Eichhorn, Ayse Erkmen, Jakup Ferri, Robert Filliou, Bill Fontana, Imi Giese, Ludwig Gosewitz, Richard Hamilton, Mona Hatoum, Erwin Heerich, Dick Higgins, Edi Hila, Karl Horst Hödicke, Bernhard Höke, Rebecca Horn, Peter Hutchinson, Irwin , Sanja Ivekovic, Sejla Kameric, Allan Kaprow, Gülsün Karamustafa, On Kawara, Imi Knoebel, Arthur Köpcke, Jaroslaw Kozlowski, John Lethbridge, Bernd Lohaus, Konrad Lueg, Vlado Martek, Olaf Metzel, Aydan Murtezaoglu, Oliver Musovik, John Nixon, Roman Opalka, Ebru Özsecen, Nam June Paik, Blinky Palermo, Mike Parr, Dan Perjovschi, Sigmar Polke, Marjetica Potrc, Gerhard Richter, Dieter Roth, Gerhard Rühm, Reiner Ruthenbeck, Anri Sala, Bülent Sangar, Carles Santos, Sarkis , Tomas Schmit, Conrad Schnitzler, Vivienne Shark LeWitt, Erzen Shkololli, Nedko Solakov, Mladen Stilinovic, Rasa Todosijevic, Jelena Tomasevic, Milica Tomic, Jalal Toufic, David Tudor, Nasan Tur, Peter Tyndall, Ken Unsworth, Wolf Vostell, Jenny Watson, Stefan Wewerka, Lambert Maria Wintersberger, Ivan Wyschnegradsky