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ERÖFFNUNG, 30. JULI 2016, 18 UHR
BEGRÜSSUNG HEMMA SCHMUTZ

Jens Goldbeck arbeitet an einem fotografischen Projekt, das sich den Orten des Schriftstellers Peter Handke widmet. Für Handke sind Orte oftmals weg-bestimmend für das Schreiben. Sie befinden sich an Schwellen: an den Rändern der Stadt, an den Übergängen zwischen Natur und Urbanität, an Staatsgrenzen, vergleichbar auch den „Nicht-Orten“ bei Marc Augé oder den „Heteropien“ bei Michel Foucault. Viele seiner ProtagonistInnen sind Reisende, Erzählstoff ergibt sich aus der Wanderschaft von Ort zu Ort: Begegnungen, Beobachtungen, Reflexionen, die das Unterwegssein bedingen. Die Namen der Orte bei Handke klingen, ihr tatsächliches Vorhandensein geht einher mit ihrer Verwandlung durch das Schreiben. Goldbeck besuchte den Geburtsort von Peter Handke (Griffen/Grebinj in Kärnten/Koroška) und seinen heutigen Wohnort (Chaville bei Paris) – ebenso wie die Vielzahl der Orte, die in seiner Literatur, teilweise wiederholt, (Schlüssel-) Rollen einnehmen. Es sind Orte und Landschaften u.a. auch in Kärnten (z.B. Rinkenberg/Vogrče: „Die Wiederholung“, die Gemeinde Zell/Sele und Bad Eisenkappel/Železna Kapla: „Immer noch Sturm“ ), in Slowenien (Jesenice: „Die Wiederholung“) und der Morzger Wald bei Salzburg („Die Lehre der Sainte-Victoire“).

Der Kunstraum Lakeside zeigt eine erste Auswahl dieser Fotografien, weitere Arbeiten sind im Entstehen. Die Fotografien von Jens Goldbeck besitzen eine Qualität, die die Aura von Orten in den Texten von Peter Handke nachspüren lassen. Das Augenmerk liegt auf dem Alltäglichen, Unspektakulären oder Nebensächlichen, welches die Blicke gliedert und das Bewusstsein schärft.