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Unter dem Titel „Hyper Real“ geht das MUMOK der Passion des Realen in Malerei und Fotografie von den späten 1960er Jahren bis heute nach. Die rund 250 Arbeiten umfassende Schau stellt dabei die Hauptwerke des Fotorealismus vor und wirft einen nostalgiegeladenen und unterhaltsamen Blick auf ein wichtiges Kapitel der internationalen Kunstgeschichte.

Die Fotorealisten - Chronisten des American Way of Life Ende der 1960er Jahre erregte eine Gruppe amerikanischer Künstler Aufsehen, die in ihren realistischen Gemälden fotografische Vorlagen möglichst detailgenau umsetzten. Sie fingen den Alltag der amerikanischen Mittelklasse ein und wurden mit ihren Stillleben, Porträts, Interieurs oder Städteszenen zu Chronisten des American Way of Life der späten 1960er und 1970er Jahre. Chromblitzende Straßenkreuzer, bunt spiegelnde Schaufenster oder das Leben in der Vorstadt zählen zu ihren charakteristischen Motiven. Die oft unspektakulären Vorlagen wie Schnappschüsse, Amateurfotos oder Zeitungsausschnitte wurden häufig mithilfe von Diaprojektionen in großformatige Bilder übersetzt. Details wie Spiegelungen oder Licht- und Schatteneffekte konnten zusätzlich akzentuiert werden. Obwohl speziell amerikanisch orientiert, sind die fotorealistischen Bilder der europäischen Geschichte der Malerei geschuldet und behaupten in ihrer traditionell malerischen Ausrichtung ein Fortführen der figurativen Tendenz der Moderne. Täuschung, Illusionismus oder andere Themen der Repräsentation werden als Malerei mit Bezug auf ihre Geschichte diskutiert.

Pop Art als Vorbild und Ausgangspunkt Mit ihren Zeitgenossen der Pop Art teilten die Fotorealisten den Blick auf die Warenwelt wie das Bestreben, der extremen Subjektivität und Emotionalität des Abstrakten Expressionismus entgegenzutreten. Viele Künstler des Fotorealismus berufen sich auf die Pop Art als Vorbild und Ausgangspunkt. In der Ausstellung werden prominente Werke von Roy Lichtenstein, James Rosenquist, Andy Warhol oder Tom Wesselmann Arbeiten von den Protagonisten des Hyperrealismus wie Richard Estes, Ralph Goings, Robert Bechtle, Malcolm Morley, Don Eddy, Robert Cottingham, Richard McLean und Chuck Close gegenübergestellt. Ergänzend sind Fotografien aus der Zeit der 1960er und 1970er Jahre von Saul Leiter, Stephen Shore, James Meyerowitz oder William Eggleston zu sehen. Dem Fokus Amerika wird Europa gegenübergestellt. Werke von Gerhard Richter, Domenico Gnoli, Jean Olivier Hucleux oder Richard Hamilton bilden hier einen Schwerpunkt.

Gegenüberstellung von Malerei und Fotografie Die Ausstellung diskutiert das Gegenüber von Malerei und Fotografie bis in die Gegenwart und präsentiert bedeutende internationale Positionen, die sich mit dieser Frage auseinandergesetzt haben. Ausgehend von Jeff Wall, sind es hier vor allem die großen Namen der deutschen zeitgenössischen Fotografie wie Candida Höfer, Andreas Gursky, Thomas Ruff oder Thomas Struth, die eine zentrale Rolle spielen. Einige zeitgenössische Positionen runden die Auseinandersetzung mit dem großen Feld des Realen ab.

Sammlung Peter und Irene Ludwig Ihren ersten großen Auftritt hatten die als Fotorealisten, Hyperrealisten oder neuen Realisten bezeichneten Künstler auf der documenta V, 1972. Bereits damals stellte das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig wichtige Arbeiten aus ihrer quantitativ wie qualitativ bemerkenswerten Fotorealismus-Sammlung zur Verfügung, die „Hyper Real“ nun in ihrer Gesamtheit zeigt. Aus insgesamt fünf Ludwig Museen in Wien, Aachen, Köln, Koblenz und Budapest wurden jene Exponate zusammengetragen, die heute als Hauptwerke des Fotorealismus gelten. Auf drei Ebenen des Museums spürt die Ausstellung der Faszination des Realen von den späten 1960er Jahren bis in die Gegenwart nach und zeigt eine Gegenüberstellung von radikalen Malereipositionen und Fotoarbeiten.