press release only in german

Reset Modernity!
ZKM_Lichthof
8 + 9

Eröffnung: Fr., 15.04.2016
19 Uhr: Performance
Superpowers of Ten von Andrés Jaque / Office for Political Innovation 20 Uhr: Ausstellungseröffnung

Zum Abschluss der GLOBALE wird die von Bruno Latour, Martin Guinard

Terrin, Christophe Leclercq und Donato Ricci kuratierte Ausstellung Reset Modernity! eröffnet. In sechs verschiedenen B e- reichen haben die Besucher die Möglichkeit mit dem „Reset der M o- d erne“ zu experimentieren. Die Ausstellung steht in engem Bezug zu den beiden Modulen Museum of Oil von Territorial Agency und The Appearance of That Which Cannot be Seen von Armin Linke: Sie beschäftigen sich mit den Herausforderungen, vor die der tiefgre i- fende ökologische Wandel die Modernen stellt.

Mit der Ausstellung Reset Modernity! proklamiert der renommierte Wisse n- schaftssoziologe und Philosoph Bruno Latour einen verheißungsvollen und programm a tischen Neuanfang. Das Wissen um die Verheerungen im 20. und 21. Jahrhundert (Ressourcenverschwendung, Ausbeutung und Verbr e- chen gegen Mensch, Tier und Natur) mobilisierend setzt Latour darauf, die Pote n z iale von Konnektivität, Kooperation und Mensch

Natur

Partnerschaft zukünftig zu nutzen. Die Moderne wird n icht aufgegeben, sie wird noch ei n- mal von vorne gedacht. Möglichkeitsszenarien: Die Moderne von vorne denken Künstler Innen , Wissenschaftler Innen und Wissenschaftshistoriker Innen fü h- ren in einer Genre

Vielfalt von Fotografien, Installationen, Filmen, Archi tekt u- ren und Pr o zeduren vor, wie unsere Perspektiven auf die Moderne fixiert sind, wie sie jedoch ebenso geweitet, geöffnet und relativiert werden können. In sechs Stationen werden unterschiedliche Möglichkeitsszenarien entwo r- fen, in denen eingeführte Kate gorien, Grenzziehungen und Beschränkungen aufgebrochen werden wie z.B. der Gegensatz von Subjekt und Objekt, mensc h lich und nicht

menschlich, innen und außen, global und lokal, Ding und Prozess. Die von Bruno Latour, Martin Guinard

Terrin, Christophe Lecle rcq und Don a to Ricci präsentierten Werke bedeutender KünstlerInnen wie z.B. Tacita Dean, Albrecht Dürer, Pierre Huyghe, Sophie Riste l- hueber, Thomas Struth oder Jeff Wall vermitteln beispielhafte Szenarien – sei es ein technischer Vorgang, sei es ein Naturp hänomen. Damit ermögl i- chen sie, die Welt in ihren alltäglichen Strukturen wahrzunehmen, den Status Quo zu entmythifizieren, um damit die Voraussetzungen für einen Blick

und Geda n kenwechsel zu schaffen.

Ein prekärer Aspekt des unbefragten modernen Fortsch rittsdenkens sind die Konzepte von Erfolg, Sieg, Bewältigung und Alternat i vlosigkeit. Aber genau diese Kategorien sind es, die Latour mit seiner Ausstellung in ihrer Selbstve r- ständlichkeit in Frage stellt. Reset Modernity! – eine Gedankenausstellung Der K urator Bruno Latour sagt selbst, was das Anliegen des Ausstellung s- konzeptes ist: „ Der Besucher soll das Gefühl bekommen, die Fähigkeit zur Neuorientierung erlangt zu haben. Da es sich bei der Au s stellung jedoch um ein Experiment handelt, ein Gedankenexperi ment, gibt es selbstverständlich keine Garantie. “ Scheitern, Fehlleistungen, Irrwege sind produktive Qualit ä- ten. In diesem Sinne bedeutet Reset Modernity! die Prozesse offen zu ha l ten, Alternativen denkbar werden zu lassen. Bruno Latour am ZKM | Karlsruh e Nach den Ausstellungen Iconoclash . Jenseits der Bilderkriege in Wisse n- schaft, Religion und Kunst (2002) und Making Things. Public. Atmo s phären der Demokratie (2005) ist Reset Modernity! die dritte wegweisende Ausste l- lung von Bruno Latour am ZKM | Zentrum für Kunst und Med i entechnologie.

*

Die beteiligten KünstlerInnen
Lisa Bergmann & Alina Schmuch · Jean-Joseph Baléchou· Hicham Berrada · Bureau d’Études · Kees Boeke · Emma Charles · Tacita Dean · Albrecht Dürer · Charles & Ray Eames · Folder (Marco Ferrar i, Elisa Pasqual) & Alessandro Busi, Aaron Gillett, Pietro Leoni, Delfino Sisto Legnani, Alessandro Mason, Angelo Semeraro, Livia Shamir · Jean

Michel Frodon & Agnès Devictor · Peter Galison, Robb Mo ss & Students · Fabien Giraud · Sylvain Gouraud · Pierre Huyghe · Andrés Jaque / Office for Political Innovation · Pauline Julier · Armin Linke · Adam Lowe · David Maisel · John Martin · Anne

Sophie Milon & Jan Zalasiewicz · Lorenza Mondada, Nicolle Bussien, Sara Keel, Hanna Svensson & Nynke van Schepen · Ahmet Ögüt · Véréna Paravel & Lucien Castaing

Taylor · Elke Evelin Reinhuber · Sophie Ristelhueber · Philippe Squarzoni · Simon Starling · Thomas Struth · Sarah Sze · Thomas Thwaites · The Unknown Field Division (Liam Young and Kate Davies) · Benoît Verjat & Don ato Ricci · Jeff Wall Bruno Latour ist ein Anthropologe, Philosoph und Soziologe, der sich seit dreißig Jahren mit der Anthropologie der Moderne befasst. Zu seinen zahlre i- chen Publikationen zählen u. A. Laboratory Life (1979), Science in Action: How to Fo llow Scientists and Engineers through Society (1987) und The Pa s- teurization of France (1993). Darüber hinaus veröffentlichte er eine Feldst u die über ein automatisches U

Bahnsystem mit dem Titel Aramis, or the Love of Technology (1993) sowie einen Essay übe r systematische Anthrop o logie mit dem Titel We Have Never Been Modern (1991). Derzeit ist er der Leiter des médialab an der Universität Sciences Po in Paris.