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Aufbau: 02.06. – 11.06.2009 Eröffnung: 12.06.2009, 19 Uhr ab 20.15 Uhr, Livekonzert der Gruppe „Ei“

Dirk Bell (*1969 in München) studierte von 1996 bis 2000 bei Walter Dahn an der HBK Braunschweig. Großformatige Zeichnungen und raumbezogenes Arbeiten mit ungewöhnlichen Materialien kennzeichnen sein Werk. Oftmals treibt er ein Spiel mit der Oberfläche, sodass erst auf den zweiten Blick Hintergründiges wahrgenommen werden kann. Auf den ersten Blick greift er so genannte No-Go-Themen und -Motive auf, d.h. er bearbeitet bildnerische Klischees, die eher einem Fantasy-Fan, der in sein Schulheft kritzelt, zugeordnet werden können, oder einem kleinen Mädchen, wenn mystische Erscheinungen wie Einhörner malerisch im Bild platziert werden. Dirk Bell leugnet auch den Einfluss nicht, den Perry Rhodan und John Sinclair Heft-Romane mit ihren Titelbildern auf seine künstlerische Entwicklung haben. Er entdeckte in außerweltlichen Felsformationen von Heft-Covern die Technik der Dekalkomanie, ein Abklatschverfahren mit verschiedenen Farben und Papieren, das auch der Surrealist Max Ernst einsetzte. Ein anderer Anknüpfungspunkt, der ästhetisch in eine ähnliche Richtung zielt, ist der Comiczeichner Frank Frazetta. Barbaren und muskulöse Frauen posieren auf Pferden in märchen- und sagenhaften Landschaften. In der Arbeit Sky will sink wird auf den Baum des Lebens der jüdischen Kabala verwiesen. Bei längerer Betrachtung entstehen Figuren aus den ornamentalen „Nebelschwaden“, die wiederum das Material Marmor evozieren. Das Werk Bells ist also niemals eindeutig. In seinen Arbeiten findet man Spuren der Spätrenaissance, des Symbolismus und der Romantik. Zugleich wird aber ein institutionskritischer Impetus, der zeitlich vor allem in den 90er Jahren anzusiedeln ist, und eigentlich nicht mit einer derart esoterischen, verwunschenen und verschachtelten Arbeitsweise zusammengeht, offenbar.

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7 x 14
Jubiläumsausstellung
Dirk Bell

Kurator: Karola Kraus